Unser Taubenschlag in Bramfeld – Ein Zuhause über den Dächern
ℹ️ Taubenprojekt Bramfeld – kurz erklärt
- Seit Oktober 2025 gibt es auf dem Parkhaus der Marktplatz Galerie Bramfeld einen betreuten Taubenschlag.
- Der Taubenschlag bietet Stadttauben einen geschützten Rückzugs-, Schlaf- und Brutplatz.
- Gleichzeitig trägt das Projekt zu mehr Sauberkeit im Parkhaus bei, da sich der Aufenthalt der Tauben zunehmend auf einen festen Ort konzentriert.
- Durch den Austausch gelegter Eier gegen Attrappen reduziert sich die Taubenpopulation langfristig.
- Ziel ist ein sauberes Parkhaus, weniger Tauben an ungeeigneten Orten und keine Verdrängung auf Nachbargebäude.
- Der Umzug der Tauben in den Schlag ist ein schrittweiser Prozess und braucht etwas Zeit.
- In der Übergangsphase können sich Tauben vorübergehend noch im Parkhaus oder dessen Umfeld aufhalten.
- Eine koordinierte Betreuung unterstützt die Tauben dabei, den neuen sicheren Ort dauerhaft anzunehmen.
- Das Projekt wird vom Hamburger Stadttauben e. V. in enger Zusammenarbeit mit dem Centermanagement betreut.
Seit Oktober 2025 befindet sich auf dem Parkhaus der Marktplatz Galerie Bramfeld ein betreuter Taubenschlag des Hamburger Stadttauben e. V.: „Taubenschlag Bramfeld“, ein von der Firma Taubenloft umgebauter Container, der rund 160 Stadttauben einen geschützten und artgerechten Lebensraum bietet.
Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Centermanagement der Marktplatz Galerie Bramfeld und Bruhn Living Places Management GmbH realisiert. Ohne diese partnerschaftliche Unterstützung wäre die Umsetzung eines solchen Modells nicht möglich gewesen. Dafür sind wir sehr dankbar.
Der Taubenschlag in Bramfeld ist Teil eines gemeinsamen Lösungsansatzes, der sowohl den Bedürfnissen der Tiere als auch den berechtigten Interessen von Nutzer:innen, Mieter:innen und Besucher:innen des Parkhauses Rechnung trägt.
Betreuung vor Ort: Eiertausch als erster Schritt
Bereits seit März 2024 sind wir regelmäßig im Parkhaus aktiv und haben dort in Abstimmung mit dem Centermanagement Eier an bestehenden Brutplätzen gegen Attrappen aus Kunststoff ausgetauscht.
Diese Maßnahme dient der nachhaltigen und verantwortungsvollen Regulierung der Stadttaubenpopulation: Die Tauben brüten auf den Attrappen weiter, ohne dass Nachwuchs schlüpft. So wird weiteres Tierleid verhindert – ohne Stress oder Eingriffe in das natürliche Brutverhalten. Bis einschließlich Dezember 2025 konnten auf diese Weise rund 1.700 Eier ersetzt werden. Diese Zahl verdeutlicht, wie hoch der Brutdruck vor Ort war und wie notwendig eine strukturierte, langfristige Lösung ist.
Was jetzt aktuell passiert
Mit der Inbetriebnahme des Taubenschlages auf dem oberen Parkdeck der Marktplatz Galerie entwickelt sich die Betreuung gezielt weiter. Tauben sind sehr standorttreue Tiere. Sie orientieren sich an vertrauten Orten die ihnen Schutz bieten. Dieses Verhalten geht auf ihre jahrhundertelange Haltung in menschlicher Obhut zurück.
Vor diesem Hintergrund ist es nicht ungewöhnlich, dass die Tauben die ihnen vertrauten Bereiche im Parkhaus zunächst weiter nutzen – auch am Boden.
Dieses Verhalten ist biologisch erklärbar und historisch gewachsen: Tauben wurden über viele Generationen gezielt auf Standorttreue gezüchtet, etwa um sie als Brieftauben oder Heimfinder einsetzen zu können. Die enge Bindung an vertraute Orte ist bis heute Teil ihres natürlichen Verhaltens. Der momentane Aufenthalt auf dem Parkdeck 1 stellt einen unvermeidbaren Zwischenschritt auf dem Weg zur Annahme des Taubenschlags dar.
Der Umzug in den Schlag ist ein Lern- und Gewöhnungsprozess, der Zeit braucht. Ziel aller Maßnahmen ist es, die Tauben schrittweise und stressarm an den neuen, sicheren Ort zu binden – ohne Hektik, ohne Druck und ohne Zwang. Nur so kann eine nachhaltige Lösung entstehen.
Rücksicht und Beobachtung in der Übergangsphase
Während der laufenden Umzugsphase kann es vorkommen, dass Tauben auch im direkten Umfeld des Parkhauses nach Schlaf- oder Brutplätzen suchen. Dieses Verhalten ist Teil der Orientierung in einer Übergangssituation.
Wir bitten daher um Aufmerksamkeit und Rücksicht: Sollten sich Tauben an ungewöhnlichen oder problematischen Stellen aufhalten, freuen wir uns über eine kurze Information. Dies unterstützt uns bei unserem Projekt.
Eine koordinierte Begleitung durch das bereits seit März 2024 vertraute Team in dieser Phase ist entscheidend, damit der neue Standort für die Tauben attraktiv ist.
Versorgung am Schlag – ein zentraler Baustein des Umzugs
Die Tauben werden im und am Taubenschlag täglich mit artgerechtem Futter und frischem Wasser versorgt. Diese verlässliche Versorgung ist ein zentraler Bestandteil des Konzepts betreuter Taubenschläge.
Tauben lernen mit der Zeit, dass sie im Schlag zuverlässig Nahrung, Schutz und Ruhe finden. Je konsequenter die Versorgung auf den Schlag konzentriert ist, desto leichter fällt es den Tieren, sich von alten Aufenthaltsorten zu lösen.
Der Umzug wird dadurch zusätzlich unterstützt, dass die Tauben im direkten Umfeld keine alternativen Futterquellen mehr vorfinden, sondern den Schlag als ihren festen Versorgungs- und Rückzugsort wahrnehmen.
Erste positive Effekte: Versorgung und medizinische Hilfe
Bereits in der frühen Phase des Projekts zeigt sich, dass die Tauben den Schlag nicht nur als Futter- und Brutplatz, sondern auch als sicheren Rückzugsort wahrnehmen.
Mehrfach sind kranke oder verletzte Tauben gezielt zum Schlag gekommen und dort geblieben. So konnten sie zeitnah gesichert und tierärztlich versorgt werden.
Diese Beobachtungen bestätigen, dass der Schlag von den Tieren als verlässlicher Ort verstanden wird. Ein wichtiger Schritt für einen nachhaltigen Umzug.Es haben sich bereits drei Brutpaare aus dem Parkhaus im Schlag angesiedelt. Weitere haben das Taubenloft als Schlafplatz entdeckt.
Ein Projekt in Bewegung – für Mensch und Tier
Der Taubenschlag Bramfeld ist kein statisches Projekt, sondern ein schrittweiser Prozess, der kontinuierlich beobachtet und angepasst wird.
Die Tauben finden im Schlag:
- Schutz vor Witterung und Gefahren
- artgerechtes Futter
- medizinische Versorgung
Gleichzeitig verbleibt ein Großteil des Kots im Inneren des Schlags, was zu einer spürbaren Entlastung des Parkhauses beiträgt.
Auch im Taubenschlag wird der überwiegende Teil der gelegten Eier gegen Attrappen ausgetauscht, um die Population tierschutzgerecht zu regulieren.
Unser gemeinsames Ziel ist ein dauerhaft sauberes Parkhaus und ein verantwortungsvoller Umgang mit Stadttauben, im Schulterschluss mit allen Beteiligten.
Austausch, Information und Miteinander
Während unserer regelmäßigen Arbeit am Taubenschlag führen wir viele Aufklärungs- und Informationsgespräche mit Besucher:innen, Mieter:innen und Interessierten. Wir freuen uns sehr über das große Interesse am Projekt und beantworten Fragen jederzeit gern.
In den kommenden Wochen und Monaten sind zudem mehrere Infostände in der Marktplatz Galerie Bramfeld geplant, um das Projekt, das Konzept betreuter Taubenschläge und die Hintergründe der Maßnahmen weiter zu erläutern.
Wir bedanken uns ausdrücklich für die positive Aufnahme des Projekts und die vielen unterstützenden Rückmeldungen.
Jede:r kann zum Gelingen beitragen, indem Rücksicht auf die noch im Parkhaus befindlichen Tauben genommen wird und Futter ausschließlich durch unser Team am und im Taubenschlag bereitgestellt wird.
Hinweise zur Hausordnung und zum Füttern von Tauben
Für die Marktplatz Galerie Bramfeld gilt die Hausordnung des Centers. Eine zusätzliche Fütterung von Tauben im Center und im Parkhaus ist hier nicht vorgesehen.
Diese Regelung unterstützt das Projekt, da die Tauben im Rahmen des Taubenschlags fachlich begleitet sowie kontrolliert und artgerecht versorgt werden.
Tauben halten sich derzeit teilweise am Boden des Parkhauses auf. Fütterungen in diesen Bereichen verstärken dieses Verhalten und verlängern den Aufenthalt auf Fahrwegen und Parkflächen.
Unabhängig davon nehmen Tauben fahrende Fahrzeuge häufig erst spät als Gefahr wahr. In den baulichen Strukturen eines Parkhauses kann ein rechtzeitiges Ausweichen zusätzlich erschwert sein, wodurch sich das Risiko von Kollisionen erhöht.
Es ist daher sinnvoll, die Tauben schrittweise an den sicheren Taubenschlag zu binden und so das Brut- und Aufenthaltsverhalten im Parkdeck 1 Schritt für Schritt zu reduzieren.
Zusammenarbeit
Das Projekt Taubenschlag Bramfeld lebt von Kooperation und gegenseitigem Vertrauen. Der Hamburger Stadttauben e. V. bringt seine fachliche Erfahrung in der Betreuung von Stadttauben ein, während das Centermanagement der Marktplatz Galerie Bramfeld und Bruhn Living Places Management GmbH die strukturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen ermöglichen.Durch diese partnerschaftliche Zusammenarbeit entsteht eine nachhaltige Lösung, die langfristig trägt.
FAQ – Häufige Fragen zum Taubenschlag Bramfeld
Warum gibt es hier überhaupt einen Taubenschlag?
Stadttauben sind keine Wildtiere, sondern Nachkommen ehemals vom Menschen gehaltener Haustiere. Über viele Generationen wurden sie auf Nähe zum Menschen, Standorttreue und häufiges Brüten gezüchtet. Diese Eigenschaften prägen ihr Verhalten bis heute.
In der freien Natur finden Stadttauben keine ausreichenden und sicheren Nahrungsquellen. Deshalb orientieren sie sich an Gebäuden und menschlichen Strukturen, die Schutz, Wärme und Nahrung versprechen – wie Parkhäuser, Balkone, Bahnhöfe, Dächer etc.
Ein betreuter Taubenschlag trägt diesem Umstand Rechnung: Er bietet den Tauben einen festen, sicheren Ort und ermöglicht gleichzeitig eine kontrollierte, tierschutzgerechte Regulierung der Population. So entsteht eine nachhaltige Lösung – für Mensch und Tier.
Was bringt das Projekt konkret für Anwohner:innen und Besucher:innen?
- Weniger Tauben im Parkhaus
- Weniger Verschmutzung durch Kot
- Eine dauerhafte Lösung statt Verdrängung in die Nachbarschaft
Der Taubenschlag bündelt Aufenthalt, Nistplätze, Populationskontrolle und Versorgung an einem Ort – das entlastet Parkhaus und Nachbarschaft.
Warum sind trotzdem noch Tauben im Parkhaus zu sehen?
Tauben sind sehr standorttreue Tiere. Sie orientieren sich an vertrauten Orten, die ihnen Schutz bieten und wo sie Nahrung finden.Der Umzug in den neuen Taubenschlag ist ein Lern- und Gewöhnungsprozess, der Zeit braucht. Dass Tauben in der Übergangsphase noch vermehrt im Parkhaus oder dessen Umfeld aufhalten, liegt an ihrer Ortsbindung.
Warum sollten die Tauben nur im Taubenloft gefüttert werden?
Wenn die Tauben ihre Nahrung überwiegend im Taubenschlag finden, akzeptieren sie den neuen Standort schneller und halten sich seltener im Parkhaus auf.
Essensreste wie Brot sind zudem unverträglich für Vögel. Es sättigt sie zwar für einen Moment, enthält allerdings zu wenig Nährstoffe, kann Verdauungsbeschwerden verursachen und auf die Dauer zu gesundheitlichen Problemen führen.
Die Fütterung im Taubenschlag minimiert Risiken für die Tiere und sorgt für mehr Sauberkeit und Sicherheit. Durch unser Team werden die Tauben der Marktplatz Galerie artgerecht, regelmäßig und kontrolliert versorgt.
Leiden die Tauben unter dem Eiertausch?
Nein. Der Austausch der Eier erfolgt tierschutzkonform. Die Tauben brüten stressfrei auf den Attrappen weiter, ohne dass Nachwuchs schlüpft. So wird weiteres Tierleid verhindert, ohne Eingriffe in das natürliche Brutverhalten.
Warum werden im Taubenschlag einige Eier ausgebrütet?
In betreuten Taubenschlägen werden gelegte Eier überwiegend gegen Attrappen ausgetauscht, um die Population langfristig zu regulieren. Gleichzeitig kann es sinnvoll sein, einzelne Bruten gezielt zuzulassen.
Das hat mehrere Gründe:
Bindung an den Standort: Tauben akzeptieren einen neuen Brut- und Lebensraum schneller, wenn sie dort erfolgreich brüten konnten. Das Ausbrüten einzelner Gelege stärkt die Bindung an den Taubenschlag.
Stabilisierung des Schwarms: Ein ruhiger, sozial stabiler Schwarm mit festen Paarbindungen orientiert sich zuverlässiger an einem festen Ort und verteilt sich weniger unkontrolliert im Umfeld.
Tierschutzfachliche Abwägung: Brut und Aufzucht gehören zum natürlichen Sozialverhalten von Tauben und stärken Paarbindung und Ausgeglichenheit im Schwarm. Werden Bruten dauerhaft unterbunden, kann dies zu wiederholten Eiablagen und einer verstärkten Suche nach alternativen Brutplätzen führen. Deshalb ist es sinnvoll, einzelne Bruten gezielt zuzulassen, während der überwiegende Teil der Eier weiterhin ausgetauscht wird.
Wichtig ist: Auch wenn einzelne Eier ausgebrütet werden, wächst die Population nicht unkontrolliert.
Der überwiegende Teil der Eier wird weiterhin tierschutzkonform gegen Attrappen ausgetauscht, sodass sich der Bestand langfristig stabilisiert bzw. reduziert.
Was passiert mit kranken oder verletzten Tauben?
Der Taubenschlag dient auch als sicherer Rückzugsort. Kranke oder verletzte Tauben können dort gesichert und zeitnah tierärztlich versorgt werden.
Warum bitten wir in der Übergangsphase um besondere Rücksicht?
Tauben sind fühlende, soziale Lebewesen. Sie gehen feste Partnerschaften ein und bleiben ihrem Partner in der Regel ein Leben lang treu. Trennung, Verlust oder der Tod eines Partners oder Nachwuchses lösen bei Tauben Stress- und Trauerverhalten aus.
Viele Tauben halten sich derzeit noch am Boden des Parkhauses auf. Das ist für die Tiere gefährlich: Auf Fahrbahnen können Tauben leicht überfahren werden, weil sie Fahrzeuge oft erst sehr spät als Gefahr wahrnehmen und Ausweichmöglichkeiten begrenzt sind.
Wir wissen, dass manche Menschen aus Mitgefühl füttern oder in der Annahme handeln, damit vor Ort zu helfen. Leider verstärken Fütterungen am Boden genau das Verhalten, das für die Tauben riskant ist und führen dazu, dass sie länger im Parkhaus bleiben.
Der sicherste Weg für die Tiere und die wirksamste Lösung für ein sauberes Parkhaus ist, dass die Tauben den geschützten Taubenschlag als ihren festen Aufenthaltsort annehmen.
Was kann ich tun, um das Projekt zu unterstützen?
- Die Versorgung der Tauben dem Team vom Taubenschlag überlassen
- Rücksicht auf die Tiere in der Übergangsphase nehmen
- Bei Auffälligkeiten (z.B. Kranke oder verletzte Tiere) oder wilden Nistplätzen Mitarbeiter vor Ort, das Betreuungsteam am Schlag oder über unsere Kontaktseite informieren.
Die Nordreportage: Tauben in der Großstadt
Kaum ein Tier polarisiert so sehr wie die Stadttaube – verkannt, verfolgt und doch zutiefst mit dem Menschen verbunden. Die NDR-Nordreportage begleitet Menschen in Hamburg, die sich auf ganz unterschiedliche Weise mit den Tauben in der Stadt auseinandersetzen.
📺 Die Nordreportage: Tauben in der Großstadt – Vertreiben oder füttern? – hier anschauen







